Risikomanagement: Wie die BIL ihre Widerstandsfähigkeit in einer sich wandelnden Welt stärkt

  • 15/10/2026

Angesichts geopolitischer Spannungen, der digitalen Transformation und steigender regulatorischer Anforderungen wird Resilienz für Banken zu einer zentralen strategischen Priorität. Bei der BIL fördern die Risk-Management-Teams einen zukunftsorientierten Ansatz, der die Transformation der Bank unterstützt und gleichzeitig langfristige Stabilität sowie nachhaltiges Wachstum sichert.

In ihrer Regulierungsagenda 2026–2028, die unter anderem die fortgesetzte Umsetzung von CRR III und CRD VI umfasst, halten die Aufsichtsbehörden an hohen Anforderungen hinsichtlich Kapitalausstattung, Governance und Risikomanagement fest. Diese Entwicklungen verändern die Berechnung risikogewichteter Aktiva und veranlassen Banken dazu, die Kapitalallokation über ihre Geschäftsbereiche hinweg zu optimieren. Während traditionelle aufsichtsrechtliche Risiken weiterhin im Mittelpunkt stehen, erweitert sich der Aufgabenbereich des Risikomanagements stetig.

Anpassung an eine neue Generation von Risiken

Cyberbedrohungen, geopolitische Spannungen und Nachhaltigkeitsherausforderungen erhöhen die Bedeutung nichtfinanzieller Risiken und erfordern neue Kompetenzen sowie eine größere organisatorische Agilität. Regulatorische Rahmenwerke wie DORA verstärken zudem die Erwartungen an die operationelle Resilienz, insbesondere im Hinblick auf IT-Systeme, Cybersicherheit und Drittanbieter.

Da nichtfinanzielle Risiken immer komplexer und bedeutender werden, ist das Verständnis ihrer potenziellen Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit, die Reputation und die langfristige Nachhaltigkeit der Bank zu einer strategischen Notwendigkeit geworden.

Für die BIL bieten diese Veränderungen die Chance, nicht nur ihre Grundlagen zu stärken, sondern auch ihre Fähigkeit auszubauen, Kunden zu unterstützen, Kapital effizient einzusetzen und nachhaltiges Wachstum zu fördern.

Risiken entwickeln sich im heutigen Umfeld sehr schnell weiter“, erklärt Jérôme Nèble. „Vor zehn Jahren konzentrierten sich Risikodiskussionen hauptsächlich auf Kredit- und Marktrisiken. Heute müssen wir auch Cyberbedrohungen, operative Störungen, ESG-Faktoren und andere aufkommende Risiken antizipieren, die unsere Kunden, unser Geschäft und das gesamte Finanzsystem beeinflussen könnten.

Jérôme Nèble, Chief Risk Officer, BIL

Diese umfassendere und stärker vernetzte Sicht auf Risiken erfordert einen zukunftsorientierten Ansatz und eine enge Zusammenarbeit aller Bereiche der Bank.

Die heutige Herausforderung besteht nicht nur darin, einzelne Risiken zu verstehen. Es geht darum, ihre Wechselwirkungen zu erkennen und sicherzustellen, dass die Bank in allen Dimensionen vorbereitet ist.

Von regulatorischer Compliance zum strategischen Vorteil

Risikomanagement dient längst nicht mehr ausschließlich der Einhaltung regulatorischer Vorgaben. Es ist zu einem strategischen Enabler geworden, der die langfristigen Ambitionen der BIL unterstützt. Durch die Verankerung eines Risikobewusstseins in den täglichen Entscheidungsprozessen stellt die Bank sicher, dass Risikoaspekte vollständig in die Steuerung des Geschäfts, die Kundenbetreuung und die Umsetzung ihrer Strategie integriert werden.

Dieses Engagement zeigt sich in mehreren strategischen Initiativen. Die BIL stärkt ihren Governance-Rahmen und ihre Risikokultur und festigt damit Verantwortlichkeit und Transparenz innerhalb der gesamten Organisation. Gleichzeitig baut die Bank ihre Fähigkeiten in den Bereichen Datenmanagement, Modellierung und Risikomessung durch eine stärkere Data Governance und eine aktualisierte Modellstrategie weiter aus.

Kapitaldisziplin bleibt ein zentraler Bestandteil der Strategie der BIL. Die Bank verbessert die Genauigkeit ihrer Kapital- und Risikoberechnungen und steuert gleichzeitig aktiv ihr Portfolio notleidender Kredite, wodurch die Robustheit ihrer Bilanz weiter gestärkt wird.

Parallel dazu verfeinert die BIL ihre Bewertung der Profitabilität, indem sie das mit Aktivitäten, Produkten und Kundenbeziehungen verbundene Risikoniveau stärker berücksichtigt. Dies ermöglicht eine effizientere Kapitalallokation und lenkt Ressourcen gezielt auf Aktivitäten, die nachhaltige Erträge erwirtschaften und gleichzeitig ein umsichtiges Risikoprofil wahren. Unterstützt wird dieser Ansatz durch eine detailliertere Sicht auf die Kundenprofitabilität sowie die aktive Entwicklung von Synergien zwischen den Geschäftsbereichen.

Effektives Risikomanagement bedeutet nicht, Ambitionen zu begrenzen. Es bedeutet, das Vertrauen zu schaffen, die richtigen Entscheidungen zu treffen, Chancen zu nutzen, Kunden zu unterstützen und langfristigen Mehrwert zu schaffen.

Mit Blick auf die Zukunft erwartet Jérôme Nèble, dass die Bankenbranche mit einer zunehmenden Komplexität konfrontiert sein wird, die von den Instituten weiterhin Agilität und Weitblick verlangt. Ein solides Risikomanagement-Rahmenwerk wird entscheidend bleiben, um der BIL zu helfen, den Wandel erfolgreich zu gestalten und ihre Position als vertrauenswürdiger Partner für Kunden, Mitarbeitende und Stakeholder weiter zu stärken.