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19.01.2021

Anlageperspektiven der BIL für das Jahr 2021

In „Die Neue Normalität“ diskutieren die Anlageexperten der Banque Internationale à Luxembourg (BIL) die neuen Sachverhalte, die von der COVID-19-Pandemie geschaffen wurden, die digitalen Trends, die bleiben werden, und den erneuten Fokus auf Nachhaltigkeit. Sie empfehlen Anlegern nachdrücklich, beharrlich und diszipliniert zu bleiben, und betonen, dass eine langfristige Denkweise in turbulenten Zeiten von entscheidender Bedeutung ist. Obwohl sich die Weltwirtschaft immer noch von einer der schlimmsten Rezessionen ihrer Geschichte erholt, sollte Optimismus überwiegen. Denn Staaten und Industrie haben die seltene Gelegenheit, Defekte zubeheben , und es wird auf dem Weg in eine vielversprechende Zukunft nach der Pandemie zahlreiche Chancen geben.

Eine ungleichmäßige Erholung

„Die Weltwirtschaft stürzte im vergangenen Jahr in eine der schlimmsten Rezessionen, die allerdings durch die von den Regierungen verhängten Lockdowns verursacht wurde, und nicht von wirtschaftlichen Ungleichgewichten“, so Fredrik Skoglund, Chief Investment Officer bei der BIL. „Wir gehen für 2021 von einer Konjunkturerholung aus, deren Verlauf an das Nike-Logo erinnert, d. h. von einer allmählichen Normalisierung nach dem abrupten Rückgang der Wirtschaftstätigkeit im Vorjahr.“

Beflügelt durch haushalts- und geldpolitische Unterstützung haben sich die meisten Finanzmärkte auf der ganzen Welt trotz der anhaltenden Wirtschaftskrise weitgehend wieder erholt. Die Experten der BIL erwarten eine von Land zu Land unterschiedliche Erholung. Deren Tempo richtet sich nach dem Erfolg der staatlichen Eindämmungsmaßnahmen und der Impfkampagnen, und sie ist von dauerhafter politischer Unterstützung abhängig. Auf Unternehmensebene werden sich wahrscheinlich zwei separat laufende Wege ergeben: Unternehmen, die fest in der Digitalisierung Fuß gefasst haben, werden von der Pandemie profitieren, während Unternehmen, deren Geschäftsmodell auf den Kopf gestellt wurde, nicht in der Lage sein werden, mit voller Kapazität zu arbeiten, solange Kontaktbeschränkungen an der Tagesordnung sind.

Angesichts der rekordhohen Schulden der öffentlichen Hand könnten Politiker vielleicht versuchen, Inflation heraufzubeschwören, um die Last auszugleichen. Für die Zentralbanken ist und bleibt das ein Balanceakt: Die Inflation soll steigen, allerdings auch nicht zu hoch, denn sie wissen, wie schmerzlich es werden kann, sie dann wieder zu senken. „Die Geldpolitik dürfte 2021 weiter locker bleiben, da die großen Zentralbanken ihre Möglichkeiten scheinbar noch nicht ausgeschöpft haben“, erläutert Fredrik Skoglund. „Wir gehen davon aus, dass 2021 ein konstruktives Jahr sein wird, ein Jahr des Wiederaufbaus und der Problemlösung vor dem Hintergrund anhaltender politischer Unterstützung und Fortschritten bei der Impfung.“

Diversifizierung und langfristige Orientierung

Die Aktienmärkte sind gut aufgestellt, um von einem solchen Umfeld zu profitieren, und die BIL geht von einem leichten Aufwärtstrend aus, wenngleich ein Großteil hiervon bereits eingepreist ist. Überlegungen zum Anlagestil werden von Bedeutung sein, und Anleger müssen sich auf ein eventuelles Aufholen von Value-Titeln im späteren Jahresverlauf einstellen. Auf Sektorebene ist ein nuancierter Ansatz gefordert. Die neue, von der Pandemie eingeführte digitalisierte Realität bedeutet, dass in einzelnen Sektoren einige Unternehmen untergehen und andere durchschwimmen werden. Selektivität, um sich der Robustheit einzelner Geschäftsmodelle zu vergewissern, war noch nie so wichtig.

Bei Festzinsanlagen sind Anleger auf der Jagd nach Rendite, was wahrscheinlich auch 2021 anhalten wird, wobei die Zentralbanken nahezu mit Gewissheit die Zinsen längerfristig niedrig halten dürften. Aus Sicht der Experten der BIL sollten Anleger sich der vorhandenen Risiken bewusst sein. Sie sollten sich von einem leichten Anziehen der Inflation nicht überrumpeln lassen, da die Zentralbanken dies eindeutig herbeisehnen.

„Selbst nachdem das Coronavirus überwunden sein wird, wird uns sein Vermächtnis erhalten bleiben. Unsere Lebensweise hat sich irreversibel geändert. Durch die Pandemie beschleunigte Entwicklungen wie die Digitalisierung werden wahrscheinlich nicht wieder umschlagen. Dementsprechend muss die Feinabstimmung von Portfolios erfolgen“, so Fredrik Skoglund. So destabilisierend die Pandemie auch gewesen sein mag, war sie womöglich nur ein Kinderspiel im Vergleich zu der nächsten Herausforderung, die auf uns zukommt: der Klimawandel. Es braucht jetzt aufeinander abgestimmte, gemeinsame weltweite Maßnahmen. Dieses Unterfangen wird ressourcenaufwendig sein, und jeder Sektor wird eine Rolle zu spielen haben – insbesondere der Finanzsektor.

Die neue Normalität, Anlageperspektiven der BIL für das Jahr 2021 steht auf dem Blog BIL Investment Insights zur Verfügung (auch in französisch, niederländisch und englisch erhältlich).